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Durchblick im Diätendschungel


Auf der Jagd nach dem Wunschgewicht kann der Abnehmwillige inzwischen auf eine Vielzahl von Angeboten zurückgreifen. Der Erfolg stellt sich meist mehr oder weniger schnell ein, problematisch wird dann meist das anschließende „Halten des Gewichts”.

Hauptproblem ist, dass Diäten in der Regel zeitlich begrenzt sind und daher oft keinen langfristigen Erfolg bringen. Ich möchte Ihnen hier einen kritischen Überblick über die aktuellen Angebote geben:

Der Klassiker, FdH = (Fr)iss die Hälfte, ist mit Sicherheit am weitesten verbreitet. Der Vorteil, „von allem die Hälfte” spart Kalorien und es braucht keine komplizierten Pläne.

Der Nachteil, wer weniger isst klagt oft über Heißhunger und Verbote schaffen natürlich Frust. Weniger von Allem heißt zudem oft auch weniger Gemüse, Obst und Getreideprodukte, das bringt müde Beine und Trainingsfrust. Auch die hohe Rückfallquote spricht gegen diese Methode.

Das Prinzip der Monodiäten (z. B. Kartoffel- Steak- oder Eier-Diät) ist die sehr geringe Kalorienzufuhr unter der Maske einer fast magischen Kalorienverbrennung und „Entschlackung”.

Das große Problem dieser Diäten ist, wer weniger als 1.500 kcal pro Tag zu sich nimmt, gefährdet die Nährstoffversorgung und riskiert eine Mangelernährung. Einseitige Mahlzeiten führen außerdem zu Appetitverlust, machen schlapp, und reizbar. Was viele nicht wissen: der schnelle Gewichtsverlust ist oft gleichbedeutend mit einem erheblichen Muskelabbau. Die Folgen sind ein niedriger Energieverbrauch und der berüchtigte Jojo-Effekt. Fazit: Finger weg von Blitzdiäten.

Auch ein beliebter Dauerbrenner auf dem Ernährungsmarkt mit immer wieder neuem Gesicht, z. B. als Hollywood-Diät, ist die Trennkost. Die Theorie dahinter, dass der menschliche Körper Kohlenhydrate und Eiweiß nicht gleichzeitig verarbeiten kann ist bislang nicht erwiesen. Außerdem ist eine strikte Trennung in der Praxis allein deshalb nicht möglich, da viele Grundnahrungsmittel beide Hauptnährstoffe enthalten. Selbst Fleisch enthält Muskelglykogen, also Kohlenhydrate.

Der Vorteil ist, abgenommen wird trotzdem und wohl fühlen sich die meisten auch. Der Grund dafür ist, dass auf dem Speiseplan für die drei Hauptmahlzeiten natürliche Lebensmittel stehen: Viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, hochwertige Öle und Fleisch in Maßen. Der Körper wird mit reichlich Nähr- und Ballaststoffen versorgt und nicht übermäßig mit Kalorien belastet. Durch die einseitige Zusammensetzug der Mahlzeiten wird der Speiseplan allerdings etwas farblos.
Fazit: Wer sich an die Lebensmittelauswahl und 3 Mahlzeiten am Tag hält kann auf das mühsame Trennen verzichten.

Immer wieder in der Diskussion sind auch Low carb-, Atkins- und Glyx-Diät, die eine Reduktion der Kohlenhydratzufuhr empfehlen. Unterm Strich gilt – das haben Studien bewiesen – wer weniger isst als er verbraucht nimmt ab. Allerdings bleiben kohlenhydratreiche Lebensmittel, richtig ausgewählt, eine sinnvolle Energiequelle, die den Muskel erhält. Ein Verzicht führt oft zu Muskelverlust und dem bekannten Jojo-Effekt. Zusammenfassend lässt sich sagen, die „Wunderpille” gibt es nicht.
Aus meiner Sicht ist das Ziel daher eine Ernährungsumstellung bei der neben einer gesunden Nahrungsmittelauswahl besonders Lebensqualität und Genuss im Vordergrund stehen. Dabei sollten die jeweilige Situation sowie das persönliche und berufliche Umfeld berücksichtigt werden.

Mein Fazit: Am besten ist eine ausgewogene Nahrungsmittelauswahl mit überwiegend frischen und natürlichen Lebensmitteln verteilt auf drei Hauptmahlzeiten. Genügend Kohlenhydrate, nicht zuviel Fett, reichlich Gemüse und Obst. Eigentlich einfach, oder!?