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Stürze und die Folgen vermeiden


Bei Stürzen im Alter kommen meistens verschiedene Faktoren zusammen. Wenn verschiedene, einfach realisierbare Aspekte bedacht werden, kann die Gefahr eines Sturzes deutlich verringert werden.

Beleuchtung
Verbessern Sie die Beleuchtung im Eingangsbereich, in Fluren, im Keller, ...
z. B. durch stärkere Glühbirnen. Bei häufigem Aufstehen nachts kann es zudem sinnvoll sein, ein Licht brennen zu lassen oder Bewegungsmelder anzubringen. Die Nachttischlampe sollte vom Bett aus gut erreichbar sein.

Hindernisse und Gefahrenstellen

Beseitigen, vermeiden oder entschärfen Sie typische Auslöser von Stürzen:
Lose Kabel auf dem Boden
Bodenvasen
Teppichkanten und -falten
Rutschende Teppiche
Zu hohe oder lockere Türschwellen
Feuchte oder glatte Fußböden
Zu hohe Bade- oder Duschwannenränder
Zu hohe oder zu niedrige Betten und Stühle

Hilfreiche Lösungen im häuslichen Umfeld
Optimieren Sie die Gegebenheiten:
Zusätzliche Haltemöglichkeiten in Dusche und WC.
Rutschfeste Bodenbeläge.
Treppengeländer, die über die letzte Stufe hinausreichen.
Gute Erreichbarkeit von täglich zu benutzenden Dingen (z. B. Töpfe in der Küche nicht in hohen Schränken verstauen).
Schaffen Sie mehr Platz zwischen den Möbeln.

Was Sie sonst noch tun können
Trainieren Sie Kraft, Balance und Beweglichkeit, z. B. in speziellen Gymnastikkursen.
Geeignetes Schuhwerk: Keine hohen Absätze oder rutschigen Sohlen.
Vermeiden Sie es, auf nassen, rutschigen Wegen zu gehen.
Nutzen Sie gegebenenfalls eine Gehstütze oder einen Gehwagen (Rollator).
Für äußerst gefährdete Personen: Das Tragen von Schutzpolstern und Protektoren (z. B. im Hüft- und Wirbelsäulenbereich) kann Schutz bieten.
Verwenden Sie nachts Inkontinenzartikel, um häufiges Aufstehen zu vermeiden.
Suchen Sie rechtzeitig und regelmäßig die Toilette auf. Für Männer: Setzen Sie sich auf’s WC.
Gehen Sie regelmäßig zum Augenarzt: durch Sehstörungen ergibt sich eine erhöhte Sturzgefahr.
Ernähren Sie sich ausreichend und gesund: Fehl- und Mangelernährung kann zu Stürzen führen, da sich der Abbau der Muskulatur dadurch beschleunigt.
Trinken Sie ausreichend (1,5 Liter pro Tag): Zu wenig Flüssigkeit beeinträchtigt die mentale Leistungsfähigkeit. Wenn die Konzentration sinkt, steigt das Unfallrisiko!
Überdenken Sie, ob Sie die Einnahme von Schlaf- oder Schmerzmitteln reduzieren oder diese ganz weglassen können – besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.

Quellen:
Tinetti ME (2003). Preventing Falls in Elderly Persons. N Engl J Med 2003; 348:42-49.
Freiberger E & Schöne D (2009) Sturzprophylaxe im Alter: Grundlagen und Module zur Planung von Kursen. Deutscher Ärzte-Verlag; Auflage 1 (8. Oktober 2009).
Mansholt T (2009). Osteoporose – Erkennung und Vorsorge pathologisch-knöcherner Substanzverluste. Grin Verlag (April 2009).